Tina Buchholtz
Gravity. The Weight of Light
Kann Licht ein Gewicht haben? Kann etwas Flüchtiges, Immaterielles eine physische Präsenz entwickeln?
In ihrer Ausstellung Gravity. The Weight of Light untersucht Tina Buchholtz das spannungsvolle Verhältnis zwischen Licht und Materie, Schwere und Leichtigkeit, Bewegung und Stillstand.
Ihre Malerei bewegt sich an der Grenze zwischen Abstraktion und Landschaft. Leuchtende Farbflächen, vielschichtige Strukturen und feinste Liniengeflechte verdichten sich zu Bildräumen, die zugleich vertraut und unbestimmbar erscheinen. Sie erinnern an Gräser im Wind, an dichtes Gestrüpp, an Licht, das durch Vegetation fällt. Doch diese Assoziationen lösen sich immer wieder in reine Farbe, Linie und Struktur auf.



Eine besondere Rolle spielt dabei die Materialität der Oberfläche. Buchholtz arbeitet mit dem Gegensatz zwischen dichten, teilweise reliefartigen Farbschichten und filigranen, sich überlagernden Linien. Die Linien durchziehen die Kompositionen wie ein feines Geflecht, verbinden und trennen die Farbräume, erzeugen Rhythmus und Bewegung.
Das Licht erscheint dabei nicht als etwas, das die Dinge lediglich sichtbar macht. Es wird selbst zum Gegenstand der Malerei. Es scheint aus der Tiefe der Farbschichten hervorzutreten, sich auf den Oberflächen zu sammeln oder zwischen den Linien aufzulösen. In manchen Arbeiten entfaltet es eine beinahe explosive Energie, in anderen wird es zu einem leisen, kaum greifbaren Schimmer.

Auch die Schwerkraft ist in diesen Bildern auf eigentümliche Weise präsent. Während die Linien aufsteigen, sich verzweigen und in alle Richtungen ausbreiten, verleihen die dichten Farbschichten den Kompositionen eine spürbare Erdung. Aus diesem Gegensatz entsteht eine besondere Spannung: zwischen dem, was nach oben strebt, und dem, was nach unten zieht; zwischen dem Flüchtigen und dem Beständigen.
Gravity. The Weight of Light lädt dazu ein, Malerei als sinnliche Erfahrung von Raum, Licht und Materie zu entdecken. Die Bilder verlangen kein eindeutiges Erkennen. Sie eröffnen vielmehr einen Raum des Sehens, in dem sich Gegenständlichkeit und Abstraktion, Nähe und Ferne, Bewegung und Ruhe immer wieder neu begegnen.


